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08. Dezember 2007

Das Europäische Abrahamische Forum in Zürich

Abrahamische Religionen: Das Europäische Abrahamische Forum EAF in Zürich will die drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam in einen Triaolog bringen. In Europa sei Islam Realität, den es durch Überwindung von Vorurteilen zu überwinden gelte.

Der Islam hat’s ja nun schwer in Europa, lastet man ihm doch allerlei Untaten der Neuzeit an. Untaten, welche zur Ausgrenzung des Islam geeignet und deshalb zu überwinden sind. Folgerichtig sagt der Koleiter des EAF, Hanspeter Ernst, deshalb wohl:
“Aus diesem Dialog wollen wir nun auch für das Gespräch mit den Muslimen lernen, zumal die Vorurteile gegenüber Juden - der Anspruch auf Weltherrschaft etwa - heute auf den Islam übertragen werden. (1)

Weshalb eigentlich “Abrahamisch” bzw. “abrahamische Religionen”?

Statt Dialüg jetzt Trialüg?

Abrahamische Religionen
Der Begriff “Abrahamitische Ökumene” geht auf, wie könnte es anders sein, die christlichen(!) Theologen Hans Küng und Karl-Josef Kuschel zurück, welche damit die Notwendigkeit des Dialogs der drei monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam betonen.
Der Begriff der “Abrahamitischen Religionen” fußt in der Tatsache, daß sich alle drei Religionen auf den biblischen Stammvater Abraham berufen. (2)

Der verstoßene Sohn einer Konkubine
Während sich die Juden auf Isaak, den legitimen Sohn von Abraham und somit Stammvater aller Israeliten berufen, sehen sich die Christen, dabei vermittelt durch Jesus Christus bzw. dem Neuen Testament, im Segen von Abraham.
Die muslimischen Araber* sehen sich dagegen als Nachfolger von Ismael, einer Art Mogelpackung, ist dieser doch nur Sohn von Hagar, einer Konkubine von Abraham, welche der Stammvater samt Sohnemann in die Wüste geschickt hat.

Religiöse Mogelpackung
Ob nun Abraham, Altes und Neues Testament oder gemeinsame Geschichte, man kann von einer gemeinsamen christlich-jüdischen Tradition bzw. Religion sprechen.
Den Islam durch ein Hilfskonstrukt in diese Tradition einbinden zu wollen, ist ein Akt der Hilflosigkeit, eine Mogelpackung, welche nur christlichen Theologen entspringen kann, um die Möglichkeit eines Trialoges zu rechtfertigen, den es, eben wegen der vielen Unterschiede von Judentum und Christentum zum Islam, nicht geben kann.

Anmerkung:
*Was ist eigentlich mit jenen Muslimen, welche sich, als nichtarabische Muslime, nicht auf Ismael berufen können?

Quellen:
1) Tagesanzeiger - Dialog mit dem Islam trotz aller Differenzen
2) Wikipedia - Abrahamitische Ökumene

2 Responses to “Das Europäische Abrahamische Forum in Zürich”

  1. on 08 Dez 2007 at 17:29anaximander

    Die EAF ist eine seltsame Organisation - und nicht sehr ernst zu nehmen.

  2. on 09 Dez 2007 at 10:38Wilhelm Entenmann

    @1anaximander:
    Gewiß nicht die Organisation (welche sicherlich bald Fördergelder für ihre wertvolle Integrationsarbeit erhalten dürfte) ist zu nehmen, wohl aber diese Denken, welches nach Gemeinsamkeiten sucht bzw. Dinge anderst benennt: abrahamitische Religionen, Islamisten,… alles Dinge, welche von Westlern und einer besonderen Art von Christen in die Welt gesetzt werden.
    Die Unterschiede basieren häufig auf Glaubensgrundsätzen, welche nicht überwindbar sind, es sei denn, daß sich das Christentum selbst verleugnen mag (z.B. Dreifaltigkeit, welche im Islam als Vielgötterei gesehen wird).

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